Freitag, 14. Juli 2017

Monochromie

Sowieso
verlor ich mein Haar
weiß und grau und fließend
aus meiner Monochromie
mitten aus dem Kern
sticht ein grünes Dreieck
durch die Membran
wie Wind, wie Atem
wie Raum
werfe ich sie mir
über
ein. aus.
ein
sie benetzt mich
meine Welt
schmilzt
darunter.





Anyway
I lost my hair
white and grey and flowing
out of my monochromacity
out of the core
a green triangle is piercing
through the membrane
like wind, like breath
like space
I throw her
over
in. out.
in
she bedews me
my world
is melting
underneath.

Freitag, 19. Mai 2017

X vs. Y

DIESE STADT LÄSST MICH NICHT LOS
ICH HABE KEINE ANGST
STELL DIR VOR DU TÄTEST ES MIR GLEICH

WO FÜHRTE ES HIN

WAS WÜRDE NUR AUS DEM SOMMER
WÄRE DIE SONNE BEREIT ZU BLEIBEN
WAS WÜRDE AUS UNS
HÄTTE ICH DICH JEMALS GEFRAGT
ZU BLEIBEN

HÄTTE ICH IHM JEMALS NACHGEGEBEN
DEM DRANG
DICH ZU HALTEN
KONTROLLIERTER NARR

JAHR FÜR JAHR
ROCH ICH AN DEINER JACKE
BLICKTE ICH IN DEINE AUGEN
UM HERAUSZUFINDEN
OB DU AUCH VON NAHEM
SCHÖN BIST.

[...]

ERST UNSER GEMEINSAMER GERUCH
VERÄNDERTE DIE POSITION
IN DER STADT
VOR DER ICH MICH NICHT FÜRCHTE

ICH WERDE IN DIE WEITE SCHWEIFEN
UND UNTER TIEREN WOHNEN
UNTER BIRKEN UND SEEGRAS

ES GAB EINE ZEIT
IN WELCHER MICH KEINE STADT VERLIEß
UND DIE SONNE LIEß DIE FRÜCHTE REIFEN
DAS MONDLICHT SPIEGELTE SICH
AUF DEINEM SCHLAFWARMEN KÖRPER

SO LAG ICH
UND VON WEITEM WARST DU
ZUM VERGEHEN SCHÖN







S-Pankow bis S-Buch

Und wenn ich den Regen aber vermisse
lege ich mich in deinen Schatten

Jetzt kommt die Zeit, da es heller wird
sobald ich die Lider entschließe

Und ich zupfe mir die Hautschuppen einzeln vom Arm
streiche über die feinen Haare

Mare-Mater-Materie
sind wir, in einem wogenden Rhythmus

Ich erkenne all die Zeichen, all die Striche
spüre alle Blicke, alle Stiche

Und wenn ich aber nun den Regen vermisse
vereine ich mich mit deinem Schatten

Die Sonne versinkt hinter deinem Rücken
und du siehst mich an

Du, in deinem wogenden Rhythmus
schwankst unfassbar unter ihren Blicken

Und suchst nach Halt
in mir - - -

Meine Haut ist widerstandslos
glatt, gleitend

Und deine Häne greifen ins Leere

Mittwoch, 19. April 2017

Einweg

Regen fällt auf meine Netzhaut
In dieser See verliere ich den Verstand
Momente verschwimmen zu retikulären Universen
Welche sich meinen Sinnen entziehen
In sich geschlossene fluide Formationen
Schlagen auf meine Stirn
Gehalten durch ihre immanente Oberflächenspannung
Welche bei meinem Körper
Schon vor tausend Leben versagte

Ich bin unfähig, mich zu bewegen
Während mein Gedankenstrom
Zu einer Gedankenflut transmutiert
Und seiner intrinsischen Gedankenflucht erliegt

Tiefer und tiefer frisst es sich ins Gestein
Um sich mit weiteren Quellen zu vereinen
Und zu einem gewaltigen Ozean anzuschwellen

Mit einer Kraft von tausend Leben
Sind einzelne Gedanken
Nur noch vage auszumachen
Und wogend
Ergießt sich mehr und Meer
Auf mein Gesicht
Meinen Hals
Meine Brust

Ich möchte es besprechen, beschreien
Umschreiben, umreißen, umspielen
Du hast deinen Einsatz verpasst
Deinen einen Satz
Und Sieg

Salziges Wasser aus tausend Ozeanen
Füllt meine Augenhöhlen
In dieser See verliere ich den Verstand

Ich bitte um die Nacht
Und bette sie im Strom
Habe neue Wege bereitet
Gedankenversunken
Gedanken verloren
Lange. Zeit. Verloren.
Erkenne den Grund
Und wahre ihn innig.
 


19.04.2017

with the water I fought