Samstag, 13. Juni 2026

Unverrückt

 DU BIST DER STEIN - solide, unverrückbar.

 ICH - DAS MEER,

bin unbeständig und rau.

 

Du bist so ewiglich stark und weise,

trägst Jahrtausende alte Welten in dir.

 

Ich, aufbrausend und versickernd,

schaukele das Universum

leichtfertig

in meinem Schoß.

 

Und ich lache dabei -

überschäumend und turmhoch

lache ich über deine glitschige Haut,

wenn ich dich umschließe.

Deine starre Unendlichkeit.

Und schmeiße mich zurück in die Urflut,

in die ewig tragende See.

 

UNVERRÜCKT.

So viel von ihr

Ein Sirren bleibt. Ein Rauschen.

Keine Stille mehr. Wo vorher noch ihre Krallen über die Fliesen klackten

ist nun ein fortwährender Klang.

Eine Kulisse.

 

Und nun sitzt es da, die Pfoten des Streunens müde. 

Geht, Zeiten.

 Ge-Zeiten
 
so lagen wir
du drücktest meine Hand
und ich wagte es nicht
zurück zu drücken
 
                                    - aus Angst
                                      etwas könnte bersten.
 
Aus dieser Lähmung
bin ich noch nicht erwacht.
 
So liege ich hier
mitten im Gang
unfähig näher zu rücken.
 
Das Unbekannte
legt sich um meine Brust
legt sich fest um meinen Hals
und verheddert sich in meinen Haaren...
 
Du bist noch immer
vage und unerkannt
eine Hand zum Zerdrücken 
 
und nichts zum Zerbersten.  

Sonntag, 2. November 2025

Sophie.

 du siehst mich an

und wie eine Explosion

schwallt alles aus dir heraus

ohrenbetäubend zeigst du dich

weil du es kannst

und lässt dich fallen

vertraust ins Unendliche

bist verletzlich und stark zugleich

 

du bist der Sturm und die Tiefe

du kennst es

so oft hast du es gesehen

und ab heute

lässt du es vorüber ziehen

siehst es an

und dann mich

und verankerst dich in meinen Augen

 

du bist ruhig

die letzten Rauchfähnchen schwinden

 

da ist Klarheit

und Sicherheit

und Vertrauen

und kraftvolle Liebe 

DE OVERGANG

ICH VERSUCHTE

AUF DEN MORGEN ZU WARTEN

UND JEDES MAL

PACKTE MICH DIE DÄMMERUNG

BEVOR DER MORGEN KAM

DAS DAZWISCHEN

DENN AM ENDE

IST NICHT DER WECHSEL WICHTIG

SONDERN DER ÜBERGANG

 

DE OVERGANG 

Die gute Nacht

fort ging ich
am vierten Abend
da begegnestest du mir
im Flur
verletzlich und nahbar
zeigtest dich mir
von Verlorenheit umgeben
schloß ich dich ein
 
dein Mut berührte mich
dein Vertrauen
deine Ehrlichkeit
und ich führte dich
zu den Tanzenden
langsam, behutsam
näherten wir uns gemeinsam den Anderen 
 
da saßen wir auf dem Boden
sahen ihnen zu
 
und du fingst an zu tanzen